Pemba

Fünf Uhr dreißig holt mich das Taxi ab. Erst mich, dann Pemba. Der Fahrer muss Sprit sparen und deswegen den kürzesten Weg nehmen. Am Flughafen angekommen ist Pemba ein weiteres Mal traurig und überrascht. Normalerweise ist hier auch im Januar dichtes Gedränge. Das Ausbleiben von Touristen und der Treibstoffmangel haben auch hier das Flugaufkommen auf 10 % der üblichen Menge schrumpfen lassen.

Das Wetter ist nicht gut in Lukla, weswegen der Flug erstmal nicht stattfinden kann. Zeit für ein Gespräch mit Pemba. Was für ein bemerkenswerter Mann. Vom einfachen Träger, der im Anapurna-Basislager ohne Schuhe und ohne Zelt nur auf einer Plastikplane auf Schnee und Eis schlafen sollte hat er sich zum Bürgermeister der Region Lukla und Namche Bazar emporgearbeitet. Sein Leben stand und steht im Dienst der Armen und Benachteiligten. Aber auch der Kinder und Jugendlichen. Fünf Jahre hat er als Bürgermeister in der Region gemeinnützige Projekte entwickelt. Von 1981 bis 1986 hat er unter anderem mithilfe des Deutschen Alpenvereins eine Wasserleitung aus den Bergen nach Chaurikharka gelegt, die von seinem Vater gegründete Schule besser organisiert und mehr Lehrer angestellt und eine sehr wichtige Brücke errichten lassen.

„Ich kann keinen Reichtum besitzen“ sagt er und meint und lebt es auch so. Deswegen habe ich Pemba ausgewählt, um unser gemeinsam aufgebrachtes Geld zu verteilen. Er teilt die Leute seiner Gemeinde in drei Kategorien ein. Stufe 3 für sehr arme und hilfsbedürftige und Stufe 1 für nur weniger bedürftige. Der Ort Chaurikharka wurde tatsächlich zu 100% zerstört, relativ viele der Häuser sind 8 Monate später notgedrungen wieder aufgebaut. Aber es gibt noch sehr viel zu tun. Und es wird noch sehr viel Geld und Hilfe gebraucht.

Es gibt sehr viele Orte auf der Welt, in denen Hilfe gebraucht wird. Chaurikharka ist definitiv einer davon.

Der Flugverkehr nach Lukla findet heute nicht statt. Tief hängende Wolken verbieten Flugverkehr auf Sicht. Nicht jedoch Hubschrauberverkehr. Das und Pembas ausgezeichnete Beziehungen verschaffen mir so einen 60 minütigen Hubschrauberflug  über das nepalesische Land, das ich 2014 in vier Tagen Fußmarsch und 12 Stunden Busfahrt durchquert habe. Heute ist Samstag, also der nepalesische Sonntag und da wird eh nicht gearbeitet. Insofern passt es, erstmal Meet and Greet  im weniger betroffenen Lukla zu machen. Pemba kennt hier wirklich jeden.

Morgen werden wir gemeinsam die Lage in Chaurikharka sondieren. 25 Minuten Fußmarsch sind es von hier, meinem Basislager in Lukla.

image

 

image

 

image

 

image

 

image

 

image

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.